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Isoflavone und die Schilddrüse

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Ein weiteres, regelmäßig diskutiertes potenzielles Risiko ist die Sicherheit an der Schilddrüse. Erneut lassen sich die Bedenken auf in vitro-Studien und Tierexperimente zurückführen, aus denen extrapoliert wurde, dass Isoflavone die Symptome von Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion verschlechtern könnten, und zwar insbesondere dann, wenn die betroffenen Frauen einen Jodmangel aufweisen. Auch für dieses Risiko gibt es keine Bestätigung aus klinischen Beobachtungen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit über die verfügbaren klinischen Daten stellte fest, dass nicht einmal Erwachsene mit einer Schilddrüsenunterfunktion Soja meiden müssen. Konsequenterweise fordern die Autoren eine ausreichende Jodversorgung bei Menschen mit einen Risiko für die Entwicklung einer Schilddrüsenerkrankung (Messina and Redmond 2006).

Seit Veröffentlichung dieser Übersichtsarbeit sind noch mehr klinische Daten bekannt geworden, welche die Schlussfolgerungen von Messina & Redmond (2006) stützen. Isoflavoneffekte auf die Schilddrüse wurden explizit in mehreren Studien getestet (Cheng et al. 2007; Imhof et al. 2008; Knight et al. 2001; Teas et al. 2007; Watanabe et al. 2000), und in keiner dieser Studien zeigten sich Hinweise auf einen negativen Einfluss der Isoflavone auf die Spiegel der Schilddrüsenhormone. Eine multiethnische Fallkontrollstudie an Frauen im Alter zwischen 20 und 74 Jahren aus der Gegend von San Francisco zeigte eine umkehrte Korrelation zwischen der Einnahme von Sojaisoflavonen und dem Risiko für Schilddrüsenkrebs (Haselkorn et al. 2003).

Warnungen vor Soja, Rotklee oder Isoflavonen basieren vollständig auf Extrapolationen, und sind hochgradig fragwürdig. Sollten Isoflavone in der Tat die Schilddrüsenfunktion von Jodmangelpatienten verschlechtern (eine Aussage, die von den verfügbaren klinischen Daten nicht gestützt wird), dann wäre die logische Konsequenz nicht die Vermeidung von Isoflavonen, sondern die Empfehlung einer ausreichenden Jodversorgung. Ersteres würde nicht zur Lösung der Gesundheitsprobleme von Menschen mit Jodmangel beitragen. Ist aber die Jodversorgung ausreichend, dann sind auch keine negativen Effekte der Isoflavone auf die Schilddrüse zu erwarten (Doerge and Sheehan 2002; Messina and Redmond 2006).

Referenzen

Cheng, G., Wilczek, B., Warner, M., Gustafsson, J. A., und Landgren, B. M. (2007). Isoflavone treatment for acute menopausal symptoms. Menopause 14 (3 Pt 1): 468-473.

Doerge, D. R. und Sheehan, D. M. (2002). Goitrogenic and estrogenic activity of soy isoflavones. Environ. Health Perspect. 110 Suppl 3: 349-353.

Haselkorn, T., Stewart, S. L., und Horn-Ross, P. L. (2003). Why are thyroid cancer rates so high in southeast asian women living in the United States? The bay area thyroid cancer study. Cancer Epidemiol. Biomarkers Prev. 12 (2): 144-150.

Imhof, M., Gocan, A., Imhof, M., und Schmidt, M. (2008). Improvement of menopausal symptoms by soy isoflavones: A randomized, double-blind study. Planta Med 74 (9): 928

Knight, D. C., Howes, J. B., Eden, J. A., und Howes, L. G. (2001). Effects on menopausal symptoms and acceptability of isoflavone-containing soy powder dietary supplementation. Climacteric. 4 (1): 13-18.

Messina, M. und Redmond, G. (2006). Effects of soy protein and soybean isoflavones on thyroid function in healthy adults and hypothyroid patients: a review of the relevant literature. Thyroid 16 (3): 249-258.

Teas, J., Braverman, L. E., Kurzer, M. S., Pino, S., Hurley, T. G., und Hebert, J. R. (2007). Seaweed and soy: companion foods in Asian cuisine and their effects on thyroid function in American women. J. Med Food 10 (1): 90-100.

Watanabe, S., Terashima, K., Sato, Y., Arai, S., und Eboshida, A. (2000). Effects of isoflavone supplement on healthy women. Biofactors 12 (1-4): 233-241.

Aktualisiert ( Mittwoch, den 14. Oktober 2009 um 06:39 Uhr )  
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