Anlässlich des 9. Internationalen Symposiums „Role of Soy in Health Promotion and Chronic Disease Prevention and Treatment“, das vom 16. bis 19. Oktober 2010 in Washington D.C. stattfand, wurden neueste Erkenntnisse zu Soja und Isoflavonen vorgestellt. Ein großer Teil der Arbeiten war dabei der Anwendungssicherheit und dem gesundheitlichen Nutzen bei Frauen in den Wechseljahren gewidmet, sowie dem Thema Soja und Brustkrebs.
Ein ausführlicher Bericht ist hier zu finden.
Die wichtigsten Ergebnisse aus Sicht der hormonellen Sicherheit und der Effekte bei Frauen in der Menopause:
- Die Sicherheit von S-Equol wurde formal in Standardmodellen der Toxikologie nachgewiesen, darunter auch in Studien an Primaten. Mit Dosen, die der Humandosis von 106 mg entsprachen (was dem 10fachen der nachgewiesen wirksamen Dosis entspricht), konnte ein Effekt auf die Proliferation von Brustgewebe explizit ausgeschlossen werden. Die Anwendungssicherheit wurde auch in klinischen Studien an Frauen in den Wechseljahren bestätigt (Jenks 2010). Da S-Equol eines der potentesten und biologisch aktivsten Isoflavone darstellt, stellen diese Beobachtungen die Hypothese in Frage, wonach isolierte Isoflavone potenziell ein höheres Risiko mit sich bringen sollten als natürliches Sojalebensmittel.
- Eine Kohortenstudie beobachtete den Einfluss einer Soja- und Isoflavonexposition auf die Überlebensrate und die Rate des Wiederauftretens von Brustkrebs bei 5042 Frauen. Ein besonderer Schwerpunkt der Auswertung wurde auf den Effekt der Behandlung mit Tamoxifen gelegt (was praktisch die Gesamtheit der Gruppe der postmenopausalen Studienteilnehmerinnen betraf). Die tägliche Exposition mit 30-70 mg Isoflavonen aus Sojalebensmitteln hatte nicht nur keinerlei negativen Einfluss auf die Wirksamkeit von Tamoxifen, sondern es wurden sogar bei den Frauen mit Isoflavonexposition signifikante Verbesserungen der Fünfjahresüberlebensrate sowie der Rate des Wiederauftretens von Brustkrebs beobachtet (Shu 2010).
- Ähnliche Ergebnisse, nämlich eine verringerte Rate des Wiederauftretens von Brustkrebs, wurden in einer fünfjährigen Nachverfolgungsstudie bei 524 chirurgisch und – in den meisten Fällen – mit Anastrozol behandelten Frauen erhalten. Obwohl in dieser Studie eine verringerte Sterblichkeitsrate nicht bestätigt werden konnte, hatte doch eine tägliche Exposition gegenüber > 40 mg Isoflavonen eindeutig keinen negativen Einfluss auf das therapeutische Ergebnis. Im Gegenteil senkte die hohe tägliche Exposition gegenüber Isoflavonen signifikant die Rate des Wiederauftretens von Bruskrebs bei postmenopausalen Frauen um 33 %. Diese Risikoreduktion wurde sowohl bei Frauen mit Brustkrebs vom ER(+)- als auch vom ER(-)-Typ beobachtet (Kang et al. 2010a). Die Studie wurde am Tag der Präsentation auf dem Kongress offiziell veröffentlicht (Kang et al. 2010b). Auch diese Ergebnisse stützen eindeutig nicht die Hypothese, dass die Exposition postmenopausaler Frauen gegenüber Isoflavonen das Risiko einer Krebsentstehung steigern könnte.
- Die Verbesserung von Wechseljahresbeschwerden wurde erneut nachgewiesen: einerseits (kürzlich veröffentlicht) mit einer Tagesdosis von 30 mg Genistein als Reinstoff (Elliott et al. 2010; Evans et al. 2010), und andererseits (ebenfalls kürzlich veröffentlicht) mit 10-30 mg of S-Equol (Aso 2010a; Aso 2010b). Eine neu vorgestellte Metaanalyse zeigte einen klaren Vorteil von Isoflavonen gegenüber Placebo hinsichtlich der Verringerung von Hitzewallungen (Taku et al. 2010).
In keiner der vielen klinischen Studien (unter anderem mit dem Ziel der Lipidsenkung, der Verbesserung von Knochengesundheit und von Wechseljahresbeschwerden) wurden unerwünschte hormonelle Effekte wie zum Beispiel Veränderungen der Dicke des Endometriums beobachtet, obwohl diese Parameter regelmäßig in Isoflavonstudien gemessen werden.
Referenzen
Die Sicherheit und der gesundheitliche Nutzen von Sojazubereitungen und sogar von isolierten Isoflavonen wurde übereinstimmend belegt, besonders für die Frau in den Wechseljahren.
Literatur
Aso, T. (2010b). Equol improves menopausal symptoms in Japanese women. J. Nutr. 140 (7): 1386S-1389S.




