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Sicherheit und Nutzen von Isoflavonen

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Anlässlich des Wiener Menopausekongresses im Dezember 2009 wurde die Isoflavon-Forschungs-Initiative e.V. eingeladen, eine kurze Einführung in den neuesten wissenschaftlichen Sachstand zu Sicherheit und Nutzen von Isoflavonen zu geben, mit einem Schwerpunkt auf der Frage der Sicherheit. Der Vortrag fand am Freitag, den 4. Dezember statt (Schmidt 2009).

Die Sicherheit von Isoflavonen wird diskutiert, seit die WHI-Studie mögliche krebsfördernde Effekte der Behandlung postmenopausaler Frauen mit Hormonen aufzeigte. Die Hypothese, dass auch Isoflavone krebsfördernde Effekte haben könnten, wurde scheinbar im Modell der xenotransplantierten ovarektomierten athymischen Maus bestätigt (Allred et al. 2001). Die klinische Relevanz dieses Modelles ist jedoch höchst fragwürdig, weil bereits geringe Veränderungen der Studienbedingungen – vor allem die Anwesenheit geringer Estrogenmengen – die krebsfördernden in krebsschützenden Effekte verwandeln (Zhou et al. 2004).

Lediglich eine einzige klinische Studie beanspruchte für sich die Beobachtung eines potentiellen fördernden Einflusses hoher Dosen von Isoflavonen auf die Proliferation des Endometriums (Unfer et al. 2004). Neben einigen möglichen Fehlern im Studiendesign widerspricht diese Publikation aber dem absoluten Fehlen von Beobachtungen hormoneller Effekte in mehr als 47 klinischen Studien an nahezu 2.000 Frauen, die bis zu drei Jahre lang eine Exposition gegenüber Isoflavonen aufwiesen. In epidemiologischen Studien wurde eine 16%ige Verringerung des relativen Brustkrebsrisiko pro 10 mg Isoflavonzufuhr berechnet.

Auf der Effektseite zeigen Isoflavone eine ca. 20% bessere Wirkung auf Hitzewallungen als Placebo, und eine Gesamtreduktion der Hitzewallungen von ca. 50% (Kurzer 2009). Darüber hinaus sind weitere positive Effekte auf die Gesundheit von Knochen und Herz-Kreislauf-System zu erwarten. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Isoflavone muss daher als positiv betrachtet werden.

Download: Vortragspräsentation: Isoflavones - Safety and benefits. Menopausekongress, Wien, 4. Dezember 2009. 

 

Literatur

Schmidt M: Safety and Benefits of isoflavones. J. Gynaekol. Endokrinol. 11(4): 37-38 (2009).

Allred CD, Ju YH, Allred KF, Chang J und Helferich WG: Dietary genistin stimulates growth of estrogen-dependent breast cancer tumors similar to that observed with genistein. Carcinogenesis 22(10):1667-1673 (2001).

Zhou JR, Yu L, Mai Z und Blackburn GL: Combined inhibition of estrogen-dependent human breast carcinoma by soy and tea bioactive components in mice. Int J Cancer 108(1): 8-14 (2004).

Unfer V, Casini ML, Costabile L, Mignosa M, Gerli S und Di Renzo GC. Endometrial effects of long-term treatment with phytoestrogens: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. Fertil Steril 82(1):145-148 (2004).

Kurzer MS. Soy isoflavones reduce postmenopausal hot flush frequency and severity: Results of a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Symposium on Evaluating the Efficacy and Safety of Isoflavones for Postmenopausal Women, 13-14 Mai. Mailand (Italien): Council for Responsible Nutrition (2009).

Aktualisiert ( Mittwoch, den 20. Januar 2010 um 21:28 Uhr )  
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