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Isoflavone und Krebs

Eine sojareiche Ernährung ist allgemein als gesundheitsfördernd anerkannt. Unter den epidemiologisch beobachteten Effekten fiel eine Reduktion des Risikos hormonabhängiger Tumoren wie Brust-, Endometrium- und Prostatakrebs regelmäßig auf, und wurde mit den Isoflavonen in Soja in Zusammenhang gebracht.

Trotz dieser ermutigenden Befunde wurde nach den Beobachtungen einer gesteigerten Brustkrebshäufigkeit unter dem Einfluss der Hormonersatztherapie in der Women’s Health Initiative-Studie (WHI) eine Diskussion über die Sicherheit der Isoflavone begonnen. Dieser Krebs-fördernde Effekt wurde ursprünglich den Estrogenen zugeordnet. Heute ist jedoch bekannt, dass es tatsächlich an der Kombination von Estrogenen mit bestimmten synthetischen Progesteronen lag. Weil aber die Isoflavone als „Phyto-Estrogene“ bezeichnet werden, und weil man vermutete, dass sie wie Estrogene wirken, kam diese Naturstoffklasse in den Verdacht, ein Potenzial für die Auslösung von Brust- oder Endometriumkrebs bei postmenopausalen Frauen zu haben.

Entsprechend geht die Debatte über die Sicherheit der langfristigen Zufuhr isoflavonhaltiger Zubereitungen nach wie vor weiter. Sie stützt sich vorwiegend auf Daten aus bestimmten in vitro und in vivo Studien, obwohl das Design dieser Studien als viel zu artifiziell kritisiert wurde, und obwohl andere experimentelle Daten, die unter relevanteren Bedingungen erhalten wurden, dem Befund eines gesteigerten Krebsrisikos eindeutig widersprechen. Wichtiger noch: die klinischen Daten sprechen zu Gunsten der Sicherheit – mit wenigen Ausnahmen, die beim Thema der Anwendungssicherheit diskutiert werden. Sogar diese Ausnahmen halten einer näheren Betrachtung nicht stand.

Auf der Basis der Vielzahl der bis heute erbrachten Ergebnisse müssen Sojazubereitungen und Isoflavonsupplemente als sichere und gesundheitliche vorteilhafte diätetische Maßnahmen für Frauen in den Wechseljahren betrachtet werden, in Dosen, welche der üblichen diätetischen Zufuhr durch Soja-reiche Ernährung entsprechen (mindestens bis 120 mg Aglyka pro Tag).

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1 Sojasymposium Washington 2010: Isoflavone verringern die Rückfallrate von Brustkrebs bei Patienten unter Anastrozol-Therapie
2 Sojasymposium Washington 2010: Sojaernährung verbessert die Überlebenschance bei Tamoxifen-behandelten Frauen mit Brustkrebs
3 Sojasymposium Washington 2010: Soja und die Brustkrebspatientin – die klinische Perspektive
4 Sojasymposium Washington 2010: Isoflavone schützen im Tierexperiment vor chemisch induziertem Krebs
5 Sojasymposium Washington 2010: Überblick über die Kontroverse zu Soja und Brustkrebs
6 Das Mailänder Sojasymposium 2009: Studie an über 5.000 Brustkrebspatientinnen: Erste positive Trends durch Soja!
7 Das Mailänder Sojasymposium 2009: Brustkrebsrisiko steigt durch synthetisches Gelbkörperhormon (Gestagen)
8 Das Mailänder Sojasymposium 2009: „Menopausale“ Mäuse werden durch Soja-Isoflavone vor Brustkrebs geschützt
9 Das Mailänder Sojasymposium 2009: Fehlende Relevanz der Tiermodelle für die Ableitung von Risiken der Isoflavone
10 Aus experimentellen Daten abgeleitete Risiken
 
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