Isoflavone Research Initiative

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Durch das ständig zunehmende Durchschnittsalter verändert sich derzeit die Demographie westlicher Gesellschaften dramatisch. Die Entwicklung typischer altersbedingter Erkrankungen wie Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, Osteoporose, Demenz, aber auch von Beschwerden der Wechseljahre stellt dementsprechend eine große Herausforderung dar. Dieser Herausforderung zu begegnen erfordert eine neue Denkweise. Es wird in Zukunft nicht mehr genügen, sich auf die Entwicklung neuer Arzneistoffe für bereits manifeste Erkrankungen zu konzentrieren – ihre Entstehung muss verhindert oder zumindest verzögert werden. Der vielfach missbrauchte Schlüssel für die Zukunft lautet daher „Prävention“.

Über Prävention zu sprechen schließt die Möglichkeiten und Chancen des Einsatzes von Nahrungsmittel und Nahrungsinhaltstoffen mit bekanntem gesundheitlichen Nutzen ein. Und dennoch: obwohl alle sich einig zu sein scheinen, dass die uns von der Natur gebotenen Möglichkeiten genutzt werden sollten, bleibt die Debatte aus verschiedenen Gründen auf der Ebene der Theorie. Zu den Gründen zählen patentrechtliche Überlegungen, weil der gesundheitliche Nutzen von Nahrungsmittelzubereitungen nur selten finanziell geschützt werden kann. Aus diesem Grund hat auch die „große Pharmaindustrie“ kein echtes Interesse an solchen Produkten. Auch politische Gründe spielen eine Rolle: Produkte aus dem Lebensmittelsektor stehen in direkter Konkurrenz zu chemisch definierter Arzneimitteln und pflanzlichen Arzneimitteln. In beiden Fällen wird die Konkurrenz nicht gern gesehen, weder von der Industrie noch von den Zulassungsbehörden. Es ist kein Zufall, dass jedes Mal, wenn ein vielversprechender Nahrungsbestandteil mit interessanten Nutzeffekten für die Gesundheit die ökonomischen Interessen der Arzneimittelhersteller „bedroht“, sehr plötzlich eine Debatte über mögliche Risiken vom Zaun gebrochen wird – obwohl in den meisten Fällen das diskutierte Risiko rein hypothetisch ist. Es ist auch kein Zufall, dass sich ernsthafte Wissenschaftler gegen Naturprodukte wie die Isoflavone als „Phyto-Estrogene“ stellen, solange sie Lebensmittelstatus haben, gleichzeitig aber den Markt bereiten für andere Phyto-Estrogene, bei denen aber das gleiche Risiko gelten sollte – nur dass die betroffenen Wissenschaftler dergleichen nicht erwähnen, weil diese Produkte Arzneimittelstatus haben.

Die Isoflavon-Forschungs-Initiative e.V. ist davon überzeugt, dass der regulatorische Status von Sojaprodukten und Isoflavonen für diejenigen, die an Lösungen für die anstehenden Gesundheitsprobleme mitarbeiten wollen, nicht die Hauptsorge sein kann. Die Aufgabe, der wir uns stellen wollen, ist, die existierenden Informationen zu Nutzen und Risiken der Isoflavone auszuwerten und zu kommunizieren, und Bereiche zu identifizieren, bei denen mehr Grundlagen benötigt werden – und zwar unabhängig von ökonomischen Interessen.

Die Identifizierung von Risiken und Nutzen erfordert eine globalere Herangehensweise als üblicherweise verwendet: Blickt man nur auf das eigene Wissensgebiet, wird die Verunsicherung der Verbraucher nur gesteigert, wenn mögliche Nutzen und Risiken nicht im Kontext von Alternativen oder auch nur anderer Wissenschaftszweige diskutiert werden. So mag ein identifiziertes Risiko tatsächlich existieren, aber im Vergleich mit den bestehenden Alternativen immer noch sehr gering sein. Ein in einem Tierexperiment oder einer in vitro-Studie beobachteter Wirkmechanismus mag aufregend sein, wird aber nicht viel zur Wissenschaft beitragen, wenn er nicht mit den Beobachtungen am Menschen verglichen wird. Eine globalere Sichtweise kann aber nur durch eine interdisziplinäre Herangehensweise erreicht werden.

Wegen der Menge an Forschungsdaten zu Isoflavonen und angrenzenden Gebieten ist eine solche interdisziplinäre Herangehensweise für die Isoflavone nicht nur möglich, sondern tatsächlich dringend geboten. Sie kam in früheren Bewertungen von Nutzen und Risiko wie zum Beispiel der Analyse der französischen Agentur für Nahrungsmittelsicherheit aus dem Jahr 2004 zum Einsatz. Wegen der rasch ansteigenden Menge des Wissens ist die Aussagekraft solcher Bewertungen aber leider relativ kurzlebig. Derzeit gibt es keine offizielle Stelle, welche die Entwicklungen auf dem Gebiet der Isoflavone regelmäßig verfolgen würde. In diese Lücke tritt nun die Isoflavon-Forschungs-Initiative e.V.

Die Mitglieder der Isoflavon-Forschungs-Initiative e.V. rekrutieren sich aus verschiedenen Gebieten wie der Gynäkologie, der Naturstoff-Forschung, der Biostatistik, der Toxikologie, der Nutzen-Risiko-Bewertung, der europäischen Arznei- und Nahrungsmittelgesetzgebung, und der wissenschaftlichen Kommunikation. Alle haben Erfahrung auf dem Gebiet der Isoflavonforschung, und sind davon überzeugt, dass Isoflavone nicht den Grad an Aufmerksamkeit erhalten, der ihnen zusteht angesichts des klaren gesundheitlichen Nutzens, den eine Soja-reiche Ernährung in asiatischen Gesellschaften bereits heute zeigt.

Ziel der Isoflavon-Forschungs-Initiative ist es, Beobachtungen zu Isoflavonen als allen Wissenschaftsbereichen zu sammeln, zu interpretieren und zu kommunizieren. Die Isoflavon-Forschungs-Initiative richtet ihre Kommunikation an andere Wissenschaftler, Verbraucher und regulatorische Behörden, auch auf dem europäischen Niveau. Jeder, der Erfahrung auf einem mit unseren Aktivitäten verwandten Gebiet mitbringt, und der an einer ehrlichen Kommunikation der Fakten über diese faszinierende Naturstoffklasse mitbringt, ist als Mitglied willkommen. Derzeit ist kein Mitgliedsbeitrag vorgesehen, weil sich der Verein vorrangig aus Spenden finanziert.

Bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren!

Aktualisiert ( Montag, den 05. Oktober 2009 um 06:47 Uhr )  
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